Herbsttagung 2018 des ZDS:

Erfolgreiche Tage in Soest

Vom 2. bis 4. November 2018 führte der Zentralverband des Deutschen Schuhmacher-Handwerks (ZDS) seine Herbsttagung im westfälischen Soest durch. Eingeladen hatte dazu die ZDS-Mitgliedsinnung Hellweg-Lippe, die gemeinsam mit der örtlichen Kreishandwerkerschaft Hellweg-Lippe maßgeblich an der Vorbereitung und Durchführung der Veranstaltung beteiligt war.

Traditionell begann die Herbsttagung freitags mit einem gemeinsamen Abendessen in einem typischen Soester Brauhaus. Dem schloss sich am Samstagmorgen ein informativer Rundgang durch die Altstadt des Tagungsortes an. Dabei trafen Historie und Moderne aufeinander, denn man sah nicht nur die städtischen Besonderheiten, sondern konnte auch den Aufbau der Buden und Fahrgeschäfte der „Allerheiligenkirmes“ hautnah miterleben, die jährlich über eine Million Besucher nach Soest lockt.

Im Anschluss an den Altstadtrundgang begann für die Delegierten des ZDS das Programm der Tagung in den Räumlichkeiten der Kreishandwerkerschaft Hellweg-Lippe. Man begrüßte Karl-Sebastian Schulte, den Geschäftsführer des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH) in Berlin. Er informierte in einem aufschlussreichen und interessanten Vortrag über Chancen und Möglichkeiten der Rückführung des Schuhmacher-Handwerks in die Anlage A der Handwerksordnung, was mit einer Rückkehr zur Meisterpflicht verbunden wäre. In einer anschließenden Diskussion sprachen sich die ZDS-Delegierten dafür aus, diesen Weg mit Unterstützung des ZDH gehen zu wollen.


Teilnehmer der ZDS-Herbsttagung beim Rundgang durch die Soester Altstadt. Foto KH Hellweg-Lippe.

Zu Beginn der Mitgliederversammlung am Samstagnachmittag und Sonntagvormittag begrüßte Detlef Schönberger, Hauptgeschäftsführer der KH Hellweg-Lippe, die Teilnehmer in seinem Hause. Mit einer Präsentation informierte er über die Arbeit der Kreishandwerkerschaft. ZDS-Präsident Arno Carius dankte ihm für seine Worte und für die Möglichkeit, die Räume der KH für die Versammlung nutzen zu können. Nachdem er seinerseits eine Begrüßung ausgesprochen hatte, leitete Carius zur Tagesordnung über.

Nach Behandlung der üblichen Regularien nahm die Neuordnung des Ausbildungsberufes zum/ zur Maßschuhmacher/-in einen breiten Raum ein. Seit 1. August 2018 ist diese Neuregelung in Kraft und es wird seitdem danach ausgebildet. Ergänzend dazu ist jetzt auch eine umfassende „Umsetzungshilfe“ auf den Internetseiten des Bundesinstituts für Berufsbildung (BiBB) erschienen und steht zum kostenfreien Download bereit. In der Rubrik „Berufsinfo“ auf der Website www.schuhmacherhandwerk.de findet man Links zu den entsprechenden Unterlagen der innovativen und zukunftsweisenden Ausbildung für das Schuhmacher-Handwerk.

Die neue Ausbildungsverordnung erfordert eine zeitnahe Neufassung der Pläne zur Überbetrieblichen Unterweisung (ÜLU). Auch dabei ist der Zentralverband aktiv und steht im Kontakt mit dem Heinz-Piest-Institut für Handwerkstechnik (HPI) an der Leibniz-Universität in Hannover. Bereits Ende November soll dort eine konstituierende Sitzung von Fachleuten der deutschen ÜLU-Standorte zur weiteren Vorgehensweise und den entsprechenden Planungen stattfinden.

Nachdem die Versammlung eine Aussprache zur eventuellen Gewerbeumbenennung des Berufes Schuhmacher und zur Anpassung der Mitgliedsbeiträge zum ZDS geführt hatte, berichtete Geschäftsführer Peter Schulz ausführlich über den Stand der Vorbereitungen zur Inter-Schuh-Service ISS 2019 am 23. und 24. März 2019 im neuen RheinMain CongressCenter RMCC in Wiesbaden. Er empfahl in dem Zusammenhang zur weiteren Information die Website www.iss2019.de, die ständig aktualisiert werde.

Außerdem zur Sprache kamen die Erfahrungen mit der neuen Datenschutz-Grundverordnung DSGVO, die Arbeit von F.U.S.I.O. e. V. (www.schuhmie.de) sowie Aktivitäten bei den Mitgliedern, wobei die Delegierten über die Arbeit in ihren Organisationen berichteten und auf diese Weise Anregungen und gute Ideen austauschten. Die Herbsttagung 2018 endete mit dem Ausblick auf die Frühjahrsversammlung des nächsten Jahres, die am 4. Mai 2019 in der Kreishandwerkschaft in Fulda durchgeführt wird.



Schuhmacher-Versammlung in Fulda:

Weichenstellungen für die Zukunft

Der Zentralverband des Deutschen Schuhmacher-Handwerks (ZDS) führte am Samstag, 5. Mai 2018 seine Frühjahrs-Mitgliederversammlung im hessischen Fulda durch. Die dortige Kreishandwerkerschaft stellte für diese turnusgemäße Zusammenkunft der Schuhmacher-Delegierten – wie auch schon in den vergangenen Jahren – ihre zentral gelegenen Räumlichkeiten zur Verfügung.

Zu Beginn waren die üblichen Regularien wie Jahresrechnung des Vorjahres, Bericht der Rechnungsprüfer, Entlastung von Vorstand und Geschäftsführung sowie Entwurf und Beschluss des Haushaltplanes für das laufende Jahr zu behandeln. Alle Abstimmungen in diesem Zusammenhang ergaben ein positives, einstimmiges Votum, was den Gremien hohes Vertrauen bestätigte.

Präsident Arno Carius und Uwe Kriese als Sachverständige sowie Geschäftsführer Peter Schulz berichteten anschließend über das Verfahren der Ausbildungsverordnung zum/ zur Maßschuhmacher/ -in. Der dreijährige Ausbildungsberuf aus dem Jahr 2004 wurde aufgrund technischer, struktureller und organisatorischer Veränderungen und Entwicklungen in den Schuhmacherbetrieben überarbeitet. Die neue Verordnung tritt am 1. August 2018 in Kraft.


Die Delegierten des Zentralverbandes des Deutschen Schuhmacher-Handwerks (ZDS)
trafen zu ihrer Frühjahrsversammlung in der Kreishandwerkerschaft in Fulda zusammen.


Es werden u. a. wichtige Inhalte zur Modellge staltung, Qualitätssicherung, Nachhaltigkeit und Kundenorientierung verstärkt bzw. neu aufgenommen. In einem Vorprojekt wurde außerdem geprüft, ob und wie auch das Herstellen von Schäften in die Ausbildung integriert werden kann. Den Schäftemachereien, die zum Schuhmacherhandwerk gehören, wird zukünftig ermöglicht, ebenfalls nach der modernen und zeitgemäßen Verordnung auszubilden.

Durch die neue Berufsbezeichnung „Maßschuhmacher/ -in“ werden die individuelle und handwerkliche Fertigung und damit der Unterschied zur industriellen Serienfertigung klar hervorgehoben. In den ersten beiden Jahren steht das Reparieren und Ändern von Maß- und Konfektionsschuhen im Vordergrund, bevor sich die Auszubildenden im dritten Jahr der Ausbildung in den Fachrichtungen „Maßschuhe“ und „Schaftbau“ spezialisieren.

Die Nachhaltigkeit nimmt in diesem Berufsbild einen hohen Stellenwert ein. Deshalb wird eine eigene Berufsbildposition zur Nachhaltigkeit verankert. Es wird dadurch deutlich gemacht, wie wichtig nachhaltiges Arbeiten und der langlebige Einsatz von Materialien im Schuhmacher-Handwerk sind. Dies unterscheidet das Handwerk von anderen Berufen und wird so wirksam herausgestellt. Damit findet Nachhaltigkeit erstmals Einzug in eine Ausbildungsverordnung.

Nach diesem sehr ausführlichen Themenblock standen neue Empfehlungen für Lohntarife und Ausbildungsvergütungen auf der Tagesordnung. Man legte Erhöhungen bei den Stundenlöhnen fest. Hinsichtlich der Ausbildungsvergütungen wurde beschlossen, diese nicht nur zu erhöhen, sondern erstmals auch in Ost und West anzugleichen. Das Inkrafttreten wurde zum 1. August 2018 terminiert, parallel zum Start der neuen Ausbildungsverordnung.

Im weiteren Verlauf der Mitgliederversammlung wurde über die Inter-Schuh-Service ISS 2019 (www.iss2019.de) informiert, die am 23./ 24. März 2019 im neuen RheinMain CongressCenter RMCC in Wiesbaden stattfindet. Als Termin der diesjährigen Herbsttagung legte man das Wochenende vom 2. bis 4. November 2018 fest. Die Delegierten des Zentralverbandes treffen dann auf Einladung der Schuhmacherinnung Hellweg-Lippe in Soest/ NRW zusammen.

 



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