Schuhmacher-Versammlung in Fulda:

Weichenstellungen für die Zukunft

Der Zentralverband des Deutschen Schuhmacher-Handwerks (ZDS) führte am Samstag, 5. Mai 2018 seine Frühjahrs-Mitgliederversammlung im hessischen Fulda durch. Die dortige Kreishandwerkerschaft stellte für diese turnusgemäße Zusammenkunft der Schuhmacher-Delegierten – wie auch schon in den vergangenen Jahren – ihre zentral gelegenen Räumlichkeiten zur Verfügung.

Zu Beginn waren die üblichen Regularien wie Jahresrechnung des Vorjahres, Bericht der Rechnungsprüfer, Entlastung von Vorstand und Geschäftsführung sowie Entwurf und Beschluss des Haushaltplanes für das laufende Jahr zu behandeln. Alle Abstimmungen in diesem Zusammenhang ergaben ein positives, einstimmiges Votum, was den Gremien hohes Vertrauen bestätigte.

Präsident Arno Carius und Uwe Kriese als Sachverständige sowie Geschäftsführer Peter Schulz berichteten anschließend über das Verfahren der Ausbildungsverordnung zum/ zur Maßschuhmacher/ -in. Der dreijährige Ausbildungsberuf aus dem Jahr 2004 wurde aufgrund technischer, struktureller und organisatorischer Veränderungen und Entwicklungen in den Schuhmacherbetrieben überarbeitet. Die neue Verordnung tritt am 1. August 2018 in Kraft.


Die Delegierten des Zentralverbandes des Deutschen Schuhmacher-Handwerks (ZDS)
trafen zu ihrer Frühjahrsversammlung in der Kreishandwerkerschaft in Fulda zusammen.


Es werden u. a. wichtige Inhalte zur Modellge staltung, Qualitätssicherung, Nachhaltigkeit und Kundenorientierung verstärkt bzw. neu aufgenommen. In einem Vorprojekt wurde außerdem geprüft, ob und wie auch das Herstellen von Schäften in die Ausbildung integriert werden kann. Den Schäftemachereien, die zum Schuhmacherhandwerk gehören, wird zukünftig ermöglicht, ebenfalls nach der modernen und zeitgemäßen Verordnung auszubilden.

Durch die neue Berufsbezeichnung „Maßschuhmacher/ -in“ werden die individuelle und handwerkliche Fertigung und damit der Unterschied zur industriellen Serienfertigung klar hervorgehoben. In den ersten beiden Jahren steht das Reparieren und Ändern von Maß- und Konfektionsschuhen im Vordergrund, bevor sich die Auszubildenden im dritten Jahr der Ausbildung in den Fachrichtungen „Maßschuhe“ und „Schaftbau“ spezialisieren.

Die Nachhaltigkeit nimmt in diesem Berufsbild einen hohen Stellenwert ein. Deshalb wird eine eigene Berufsbildposition zur Nachhaltigkeit verankert. Es wird dadurch deutlich gemacht, wie wichtig nachhaltiges Arbeiten und der langlebige Einsatz von Materialien im Schuhmacher-Handwerk sind. Dies unterscheidet das Handwerk von anderen Berufen und wird so wirksam herausgestellt. Damit findet Nachhaltigkeit erstmals Einzug in eine Ausbildungsverordnung.

Nach diesem sehr ausführlichen Themenblock standen neue Empfehlungen für Lohntarife und Ausbildungsvergütungen auf der Tagesordnung. Man legte Erhöhungen bei den Stundenlöhnen fest. Hinsichtlich der Ausbildungsvergütungen wurde beschlossen, diese nicht nur zu erhöhen, sondern erstmals auch in Ost und West anzugleichen. Das Inkrafttreten wurde zum 1. August 2018 terminiert, parallel zum Start der neuen Ausbildungsverordnung.

Im weiteren Verlauf der Mitgliederversammlung wurde über die Inter-Schuh-Service ISS 2019 (www.iss2019.de) informiert, die am 23./ 24. März 2019 im neuen RheinMain CongressCenter RMCC in Wiesbaden stattfindet. Als Termin der diesjährigen Herbsttagung legte man das Wochenende vom 2. bis 4. November 2018 fest. Die Delegierten des Zentralverbandes treffen dann auf Einladung der Schuhmacherinnung Hellweg-Lippe in Soest/ NRW zusammen.


Schuhmacher-Herbsttagung 2017:

Arno Carius als Präsident wiedergewählt

Die diesjährige Herbsttagung des Zentralverbandes des Deutschen Schuhmacher-Handwerks (ZDS) fand vom 3. bis 5. November 2017 im oberbayerischen Weilheim nahe des Starnberger Sees statt. Delegierte aus ganz Deutschland trafen im so genannten „Pfaffenwinkel“ zusammen, um sich über wichtige und aktuelle Themen der Branche auszutauschen.

Die Tagung begann am Freitagabend mit dem schon traditionellen Abendessen in einer Lokalität der typisch regionalen Gastronomie. Am Samstag traf man im Bildungszentrum der Handwerkskammer München und Oberbayern zusammen, wo die Schuhmacher von der Stellvertretenden Weilheimer Bürgermeisterin Angelika Flock herzlich begrüßt wurden.


Weilheims Stellvertretende Bürgermeisterin Angelika Flock mit Teilnehmern der Herbsttagung der Schuhmacher (von rechts):
Peter Kokoschka, Leiter vom HWK-Bildungszentrum, Schuhmachermeister Reinhold Schlegel,
ZDS-Präsident Arno Carius und ZDS-Geschäftsführer Peter Schulz

Anschließend referierte Karin Dauth von der Berufsgenossenschaft BG-ETEM in Augsburg über das Thema „Sicherheitsanforderungen in der Schuhmacher-Werkstatt“. Es schloss sich ein ebenso interessanter Vortrag von Thorsten Ludwig an, dem Inhaber und Geschäftsführer der Firma „Sole-Runner“, die im Trend der Zeit Barfußschuhe produziert und vertreibt.

Nach der Mittagspause begrüßte Präsident Arno Carius die Delegierten zur Mitgliederversammlung.

Er gab seiner Freude über den guten Besuch der Tagung Ausdruck. Außerdem dankte er dem ZDS-Einzelmitglied Reinhold Schlegel für sein Engagement bei der Vorbereitung. Die Anwesenheit des Zentralverbandes in Bayern sei eine gute Möglichkeit, unser Handwerk dort positiv zur präsentieren.

Einen breiten Raum nahm dann die Neufassung der „Verordnung über die Berufsausbildung zum Maßschuhmacher und zur Maßschuhmacherin“ ein. Das Verfahren steht nach zahlreichen Sachverständigensitzungen kurz vor dem Abschluss. Nach Prüfung der Rechtsfähigkeit durch verschiedene Bundesministerien wird die Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt erfolgen. Die neue Verordnung soll am 1. August 2018 in Kraft treten.

Intensiv diskutiert wurde über neue Empfehlungen für Ausbildungsvergütungen und Lohntarife im Schuhmacher-Handwerk. Man war sich darüber einig, dass es für leistungsgerechte Erhöhungen an der Zeit sei. Dafür legte man Richtwerte fest, die nach Rücksprache in den eigenen Gremien bei der Frühjahrsversammlung 2018 erneut besprochen und beschlossen werden sollen.

Die Versammlung wurde mit zahlreichen Themen am Sonntag fortgesetzt. Mit Freude stellte man fest, dass 13 neue Schuhmachermeister ihre Prüfung im Jahr 2017 ablegten. Sie wurden geschult nach der neuen Meisterprüfungsverordnung, die der Zentralverband des Deutschen Schuhmacher-Handwerks (ZDS) im Jahr 2014 auf den Weg gebracht hat. Die Initiativen der Innungen in Berlin und Südhessen wurden hinsichtlich der Meisterausbildung besonders gewürdigt.

Im weiteren Verlauf stand die Neuwahl des ZDS-Vorstandes auf der Tagesordnung. Dabei wurde der bisherige Vorstand im Amt bestätigt. Er setzt sich wie folgt zusammen: Arno Carius aus Torgau (Präsident), Michael Lutz aus Vaihingen/ Enz (Vize-Präsident), Ralf Laudahn aus Witzenhausen und Olaf Scherler aus Berlin. Zu neuen Rechungsprüfern wählte man Bernhard Steinbrink aus Werne und Bernhard Schwemmer aus Brakel.


Der alte und neue Vorstand des Zentralverbandes des Deutschen Schuhmacher-Handwerks (von rechts):
Michael Lutz, Arno Carius, Ralf Laudahn und Olaf Scherler


Weiterhin zur Sprache kamen u. a. die angestrebte Bundesfachklasse für Schuhmacher-Azubis, eine Zentralisierung der ÜLU-Maßnahmen, die Arbeit von F.U.S.I.O. (www.schuhmie.de) und „Aktivitäten bei den Mitgliedern“, wobei die Delegierten über die Arbeit in ihren Organisationen berichteten und auf diese Weise Anregungen und gute Ideen austauschten.

Mit einem Ausblick auf die Inter-Schuh-Service ISS 2019 (www.iss2019.de), die am 23. und 24. März 2019 im neuen RheinMain CongessCenter (RMCC) in Wiesbaden durchgeführt wird, endete eine erfolgreiche Tagung in Weilheim. Die Frühjahrs-Mitgliederversammlung des ZDS findet am Samstag, 5. Mai 2018 im hessischen Fulda statt.


 



Zentralverband des Deutschen Schuhmacher-Handwerks

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Geschäftsführer: Peter Schulz

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